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Der Mittelweg

Politik als Kompass — vier Pole, drei Räume.

Vier Pole bilden die Hauptachsen: oben die Oberschicht (oberstes Einkommens-Quintil), unten die Unterschicht (unteres Quintil), links und rechts die ideologischen Pole — letztere belegt durch Original-Parteiprogramme. Klicke einen Pol für die strukturelle Lage. Im Zentrum: drei Lösungsräume, in denen sich Schnittmengen ergeben könnten.

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Pilot · Stand Juni 2026

Wohnungskrise

Die Wohnkostenbelastung trifft jede Schicht unterschiedlich. Vier Positionen, drei Lösungsräume, ein Verfassungsrahmen.

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Wähle einen Pol

Klicke einen der vier Pole im Kompass, um die strukturelle Lage einer Schicht oder die belegten Positionen einer Ideologie zu sehen. Alles mit Original-Quellen. Im Zentrum: drei Lösungsräume.

Spannungsfelder

Politik bewegt sich zwischen Polen. Hier sind drei davon — verschiebe den Schieber, und du siehst die belegten Konsequenzen der jeweiligen Position. Keine Empfehlung, sondern Karte des Möglichkeitsraums.

Mieterschutz ↔ Investitionsanreize

Wie viel Schutz für Mietende — und was kostet das auf der Investitionsseite?

Starker MieterschutzMitteMarktderegulierung
Status quo CH Konsequenz

Moderate Regulierung nach OR. Bestandsmieten stiegen 2006-2021 deutlich stärker als kostenseitig gerechtfertigt — gemäss BASS-Studie eine Umverteilung von rund 78 Mrd. Franken zur Vermieterseite. Referenzzinssenkungen werden nur in 1 von 6 Mietverhältnissen weitergegeben.

Beleg

Umverteilung 2006-2021: 78 Mrd. CHF. Aktualisiert: jährliche Mietzinszahlungen rund 42 Mrd. CHF.

Innenverdichtung ↔ Bauzonen-Erweiterung

Wachsen wir nach innen oder nach aussen?

RPG 2 strikt durchziehenMitteBauzonen erweitern
Mischpolitik mit Verdrängungsrisiko Konsequenz

Verdichtung passiert, aber via Ersatzneubau. In den fünf grössten Agglomerationen sind heute bis zu 63 % der Neubauten Ersatzneubauten — das verdrängt einkommensschwache Mieter strukturell, weil neue Bewohner deutlich höhere Einkommen haben.

Beleg

63 % Ersatzneubauten in Top-5-Agglomerationen. Medianeinkommen in Ersatzneubauten 14.6-38.7 % höher.

Gemeinnützig ↔ Privater Markt

Wer baut bezahlbaren Wohnraum — Genossenschaften oder der Markt?

Ausbau Genossenschaften auf >20 %MitteSteueranreize für privaten Markt
Status quo ~4 % CH Konsequenz

Gemäss neuer BWO-Statistik 2024 machen Genossenschaftswohnungen rund 3.7 % aller Schweizer Wohnungen aus, mit Dachverband-Schätzung etwa 4 % (~165'000-170'000 Wohnungen). Die Marktwirkung dieses Anteils ist gering und kaum spürbar in den Mietzinsindizes.

Beleg

BWO/BFS 2024: 3.7 % Genossenschaften (152'000 von 4.1 Mio.). Der oft zitierte Wert 7.9 % stammt aus älteren / weiteren Definitionen (inkl. öffentlicher Hand, Stiftungen).

Drei Lösungsräume

Keine Empfehlung — sondern dokumentierte Optionen aus wissenschaftlicher und politischer Debatte. Mit Trade-offs, Realisierungsskala (1-5) und Zeithorizont.

  • Gemeinnütziger Wohnungsbau ausbauen

    3-7J

    Fonds de roulement aufstocken (Bundesrat beantragt CHF 150 Mio. für 2030-2034), zinsverbilligte Bürgschaften EGW, kantonal/kommunal Boden im Baurecht an Genossenschaften vergeben. Kostenmieten dauerhaft 20-30 % unter Markt.

    Marktanteil Genossenschaften CH
    0,0 %
    Quelle BWO 2024: 3.7 %, mit Dachverband-Schätzung ~4 %
    Stadt Zürich vs CH-Schnitt
    CH-Schnitt
    0 %
    Stadt Zürich
    0 %
    Zürich inkl. städt.
    0,0 %
    Stadt Zürich Wohnpolitischer Bericht 2020-2023
    Trade-off: Schafft nicht zwingend zusätzlichen Wohnraum, wenn nur Boden umverteilt wird. Skalierung langsam — Marktanteil CH liegt bei rund 4 % (BWO 2024). Stadt Zürich erreicht 18 % Genossenschaften, gesamthaft 28.9 % gemeinnützig.
    Realisierung
    Wirkt auf
    Q3Q1
  • Verdichtung & Aufzonung (RPG 2)

    10+J

    Innenentwicklung statt Aussenausweitung. RPG 2 zementiert die Trennung Bau-/Nichtbaugebiet; Verdichtung nach innen wird zur einzigen Wachstumsoption. Schafft Angebot, ohne Landschaftsverbrauch.

    Ersatzneubau-Anteil in Top-5-Agglomerationen
    Anfang 2000er
    0 %
    Heute
    0 %
    ETH/BWO Verdichtungsstudie
    Median-Einkommen Ersatzneubau-Bewohner ggü. Bevölkerung
    Min
    0,0 %
    Max
    0,0 %
    ETH/BWO — Verdrängungseffekt
    Trade-off: Ersatzneubauten verdrängen Tiefverdiener (ETH-Studie: bis 63 % der Neubauten in Agglomerationen sind Ersatzneubauten). Hohe Akzeptanzhürden im Detail (Aufzonung, Mehrwertabgabe).
    Realisierung
    Wirkt auf
    Q3Q5
  • Mietrechts-Reform & Wohnschutz

    1-3J

    Konstitutionelle Verankerung der Kostenmiete (tatsächliche Kosten + gedeckelte Rendite) via Mietpreis-Initiative. Alternativ: Wohnschutz-Modelle (Basel/Genf-Stil) auf weitere Kantone. Genf zeigt: trotz strenger Regulation seit 40 Jahren Netto-Wohnungswachstum +110 % (2000-2023) ggü. Zürich −7 %.

    Netto-Wohnungswachstum 2000-2023
    Zürich (lockerer)
    0 %
    Genf (LDTR seit 1983)
    0 %
    tsri/BWO — kantonale Daten
    Geplante Wohneinheiten Basel-Stadt
    2018 (vor Wohnschutz)
    0
    2023 (nach Wohnschutz)
    0
    Swiss Real Estate Institute — Wohnschutz-Studie
    Trade-off: Avenir Suisse warnt vor Investitions-Hemmnis. Basel-Erfahrung: Baugesuche −76 % laut Kritikern, aber Leerkündigungen gesunken. Politisch nach Doppel-Nein 2024 weiterhin offen.
    Realisierung
    Wirkt auf
    Q1Q3
Mietpreisindex Bestandsmieten

Index (Dez. 2020 = 100) · Q1 2026 — Snapshot, Live-Anbindung in Vorbereitung

109.5
2026
95.8102.7109.52015201720192021202320252026
BFS — Mietpreisindex

Methodik

Schicht-Definition nach BFS-Einkommens-Quintilen (Q1 unten, Q5 oben). Ideologische Pole werden ausschliesslich über offizielle Parteiprogramme und parlamentarische Vorstösse belegt — niemals als Stereotyp zugeschrieben. Lösungsräume sind keine Empfehlungen, sondern dokumentierte Optionen aus wissenschaftlicher und politischer Debatte. Wo eine Quelle ungesichert ist, wird das markiert (Stand vor Beirat-Review).